Wanderung Hohgant Ost


Aufstieg von Schwarzbach (Möser) über's Allgäuli

An einem wunderprächtigen Samstag im Herbst 2017 entschlossen wir uns, um den Ostgipfel (Steinigi Matte) des Hohgants zu besteigen. Vor vielen Jahren begleitete Heinz eine Schulklasse Oberstufenschüler auf einer Hohgant Bergtour. Die Erinnerung an die Wegbeschaffenheit war nicht mehr ganz so present, deshalb wurden vorab einige Tourenberichte und Kartenmaterial studiert.

So fuhren wir mit dem Auto nach Habkern und auf die Lombachalp und lösten die Bewilligung um in die Zone 2 fahren zu dürfen, in die Möser bis zum letzten offiziellen Parkplatz Schwarzbach.

Von dort aus dann eben zu Fuss über’s Allgäuli und von der Hohgant Ostseite unten am Furggengütsch durch über die Schotterlawine und weiter oben durch das immer steiler werdende Couloire hinauf auf die Steinige Matte.

Auf dem Gipfel eine grandiose Rundsicht

Höhenmeter um Höhenmeter und Schritt für Schritt hatten wir es geschafft. Oben angekommen waren wir Stolz wie Edmund Hillary bei der Erstbesteigung des Mount Everests!

Eine wunderbare Aussicht mit einem herrlichen Rundum Panorama liessen die ermüdeten Muskeln und Strapazen (vorerst) schnell vergessen...

Geschafft, ein Gefühl wie Edmund Hillary 1953...
Geschafft, ein Gefühl wie Edmund Hillary 1953...

Hohgant Panorama
Panorama Marbachegg, Schrattenfluh, Furrgegütsch
Alpenpanorama Steinigi Matte, Hohgant
180° Panorama süd von der Steinigen Matte - Hohgant

Der Abstieg - eine Knochenarbeit - resp. geht in die Knochen

Nach ca. einer Stunde Rast und Panoramabewunderung  - und diese auch digital auf die Speicherkarte zu verewigen - machten wir uns dann auf den gefürchteten Abstieg über die südlich verlaufende Krete und Steinwüste.
Für Barbara (und auch für Heinz) war dies möglicherweise die bessere Abstiegsvariante der Schlechten. Alles in allem war der Auf- und Abstieg über die gewählten Wege ein Gemurks mit den vielen unebenen Stufen. Doch Tritt für Tritt über die hunderte und tausende von "Chempen" hatten wir’s geschafft und ein gutes Gefühl, diesen Berg gemeistert und eine geniale Aussicht genossen zu haben bliebt trotzdem in guter Erinnerung.
Aussicht auf den Brienzergrat vom Brienzer Rothorn (links) bis Augstmatthorn und Harder Grat (rechts)
Aussicht auf den Brienzergrat vom Brienzer Rothorn (links) bis Augstmatthorn und Harder Grat (rechts)
Innerbergli

Der Abstieg in Grafik und Daten


Variante mit Aufstieg über die Felsblöcke und Abstieg ins Allgäu

Diese Version setzten wir zusammen mit unseren Bekannten Margrit und Fritz in die Tat um. Das gemeinsame "Projekt Hohgant" war schon eine längere Zeit in unserer Planung, jedoch terminlich noch nicht festgelegt, da einerseits die gemeinsamen Daten fehlten oder uns im Herbst jeweils der "plötzliche" Schneefall einen Strich durch die Wanderabsichten macht.

Einem spontan und kurzfristig angesetzten Termin zum Dank, konnten wir die Besteigung des Hogants im Herbst 2018, notabene am letzten schönen, schneefreien Tag (!!!), doch noch in die Tat umsetzen und durften eine grandiose Aussicht geniessen.


Zwei 360° Panoramen von der Steinigen Matte, Quelle: Street View



Aufstiegsvariante über Haglätsch - Innerbergli - Aff

Wie bereits oben beschrieben, gehen beide Routen etwas an die Substanz und an unsere nicht mehr jungen Gelenke. So hatte Heinz die Idee mit der Wegvariante über Haglätsch - Innerbergli - Aff auf die Steinige Matte / Hohgant. Einen "offiziellen" Wanderweg gibt es nicht und in den Karten ist dieser Weg oft nur andeutungsweise eingetragen. Eine Rekognoszierungswanderung sollte uns die Gewissheit bringen, ob diese Variante begehbar ist. Und so wurde dieses "Projekt" im Juli 2018 gestartet.

Mit dem Auto fuhren wir über Habkern und Lombachalp zum Parkplatz in Schwarzbach - Mösern. (Kostenpflichtig Zone 1 + 2, CHF 14.- mehr als 4h Aufenthalt).

Zu Fuss starteten wir in Richtung Haglätsch. Nach der Sennhütte verläuft der Fussweg unter dem Gopital hindurch über eine kurze Hochmoor Ebene, bevor der Weg dann dem links abfallenden, leicht bewaldeten Hang entlang in einen Graben hinein verläuft. Von dort aus steigt der etwas unwegsame Pfad durch und um die Karrenfelsen bergwärts bis zur Alp und Sennhütte Innerbergli.

Haglätsch - Gopital
Haglätsch - Gopital
Karrenfelsen beim Innerbergli - Hohgant
Karrenfelsen beim Innerbergli

Vom Innerbergli ist der Weg nicht speziell markiert und muss zumTeil im Gelände etwas gesucht werden. Wir traffen den anwesenden Sennen bei der Hütte, wechselten mit ihm noch ein paar Worte und fragten ihn nach dem Anfang und Verlauf des Weges, welcher sich teilweise durch die oberen Karenfelsen zieht. Am oberen Ende des "Felsengletschers" setzten wir uns für eine kurze Verschnauf- und Verpflegungspause auf die weissen Felsblöcke, bevor den Anstieg zum Aff in Angriff nahmen.

Kurz vor der Krete unterhalb des "Affs" war der Weg dann wieder etwas eindeutiger zu erkennen.

Eine heikle Stelle galt es dann noch zu bewältigen: Die Passage an der Südflanke des tierähnlichen Felsenspitzes, welche relativ steil abfällt, ist der Weg nur eine gute Schubreite auf einer Länge von ca. 40 Metern. Für nicht Schwindelfreie gilt hier: Augen zu und durch!

Danach steigt der Weg über zwei Rampen auf die Steinige Matte mit hunderten von Sitzplätzen, welche zu einer Rast mit unverbauten Rundsicht einladen. Nach einer eher kurzen Verpflegungs- und Regenerationspause (die Wolkenfelder über uns begannen sich zu verdichten) nahmen wir den Abstieg auf der Ostseite in Angriff, auf welcher wir bei unserer "Erstbesteigung" hochgekraxelt waren (siehe Bericht oben) und über's Allgäuli wieder zurück nach Schwarzbach.

Die Strecke mit den Daten in der Übersicht

Unser Fazit zu dieser Variante: Wer am Morgen nicht allzu früh startet, findet auf dieser Strecke im bewaldeten unteren Bereich bis zum Anfang der Karrenfelsen noch etwas weniger Sonneneinstrahlung resp Wärmeeinwirkung im Sommer. Auf der Ostseite durch das Couloire hinauf oberhalb vom Allgäuli kann die Sonne am Morgen schon sehr schweisstreibend einwirken. Insgesamt ist der Weg zum Innerbergli etwas ruppiger, z.T. auch verwachsener, da diese Strecke möglicherweise weniger benutzt wird. In's Allgäuli gibt es dagegen einen angenehmen Fahrweg. Über's Innerbergli ist der Anstieg etwas sanfter, wobei es die Ansteige vor und nach dem Aff auch "in sich" haben. Über alles gesehen, weist der Aufstieg über's Innerbergli etwas weniger negative Einflüsse oder Erlebnisse/Eindrücke auf. Zudem bieten die weissen Kalkfelsen mit den leuchtenden Alpenrosen bewachsenen Spalten auch sehr schöne Fotosujets.


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